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Diplomarbeit
Gliederung
01 Thema
02 Einleitung
03 Energieverbrauch
04 Windkraft
05 Photovoltaik
06 Sonnenkollektoren
07 Geothermie
08 Sterlingmotoren
09 Biomasse
10 Inselsysteme
11 Solararchitektur
12 Umfrage
13 Förderungen
14 Danksagung
15 Anhang
Kurzfassung
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Diplomarbeit
12 Umfrage
  12.1 Allgemeine Daten

Um einen Überblick über die Bekanntheit und Akzeptanz von erneuerbaren Energiequellen in der Bevölkerung um Starnberg zu bekommen, habe ich einen Fragebogen entworfen (siehe Anlage). Berücksichtigt wurde dabei auch, dass man einen späteren Rückschluss auf verschiedene Marketing- Strategien entwickeln kann.

Aus finanziellen Gründen wurde die Umfrage auf das Stadtgebiet von Starnberg und der Maxhöhe (Gemeinde Berg) begrenzt. Es wurden nur Gebiete mit reiner Wohnnutzung ausgewählt. Diese sind Starnberg Schloßbereich, Percha-Nord und Maxhöhe.


Fakten zu Starnberg:

Einwohnerzahl: ca. 21.000; Lage: südlich von München am Nordende des Starnberger Sees gelegen.
Überdurchschnittliches Einkommen der Bevölkerung.

In Percha-Nord, einem Gemeindeteil der Stadt Starnberg, ist der Mittelstand angesiedelt. Die Bebauung besteht vorwiegend aus EFH.

Die Maxhöhe ist ein kleiner Gemeindeteil der Gemeinde Berg (Landkreis Starnberg). Städtebaulich überwiegt die Villenstruktur; bei den Bewohnern dort wird ein überdurchschnittliches Einkommen verzeichnet.
In unmittelbarer Nachbarschaft der Maxhöhe wird bereits
eine WKA betrieben (siehe auch Energie-Projekt Berg).




© mit freundlicher Genehmigung
der Kartographie Huber



Insgesamt wurden 550 Umfragen verteilt. 121 kamen zurück, was einer Rücklaufquote von 22% entspricht.

12.2 Auswertung

Zu Frage 1:

Der Bekanntheitsgrad von WKA (92,6%), Solarzellen (86,9%) und Sonnenkollektoren (88,5%) ist sehr hoch. Geothermie (42,6%) und Biomasse (38,5%) sind weniger geläufig.




Berücksichtigt man das Alter der Befragten, erhält man folgende Ergebnisse: In den Altersgruppen bis 40 Jahre sind WKA zu 100% bekannt. Dieser Bekanntheitsgrad nimmt mit zunehmenden Alter ab. Der Trend verläuft bei den Anlagentypen analog.




Grundsätzlich steigt die Bekanntheit der einzelnen Anlagentypen mit dem Ausbildungsabschluß. Eine Ausnahme sind die Meister, Sie kennen im Schnitt mehr Anlagentypen (Kollektoren 100%, Geothermie 84%, Biomasse 55% und WKA 91%) als die höher einzustufenden Befragten mit Hochschulabschluß. Einzig bei den Solarzellen (82%) fallen die Meister etwas zurück. Beeindruckend ist auch, daß die jüngere Generation von der Schule (Abitur, Realschule, Hauptschule) 100% bei den WKA erreichen. Die Hauptschüler fallen auf, da Sie keine Biomassen- und Geothermieanlagen kennen. Auch sonst haben Sie die schlechtesten Werte (Kollektoren 67%, Solarzellen 67%).




Zu Frage 2:

20% der Befragten haben sich schon einmal nach einer Förderung erkundigt.


Zu Frage 3:

Man erkennt hier, daß die Stadt wesentlichen Anteil an der Entwicklung für Anlagen im alternativen Bereich hat (25%). Gefolgt mit jeweils 22% wird die Stadt als erste Anlaufstelle von den Ingenieurbüros und Freunden. Das Land erreicht 17% und der Bund bzw. die Stadtwerke/EVU erreichen 8% bzw. 6%.







Zu Frage 4:

Das Interesse an den Anlagentypen zeigt, daß Sonnenkollektoren (54,1%) und Solarzellen (51,6%) die beliebtesten Anlagen sind. Dabei können die Sonnenkollektoren sogar noch ein kleines Plus verzeichnen. Das Interesse an WKA (13,9%) ist trotz der hohen Bekanntheit relativ gering. Die Geothermie nimmt - vermutlich - wegen Ihrer Unbekanntheit den vorletzten Platz einnehmen (6,6%). Die Biomasse (4,1%) rangiert auf den letzten Platz. Gründe hierfür sind die geringe Bekanntheit sowie der zu erwartende hohe Wartungsaufwand.

Bei Betrachtung der Altersstruktur fällt auf, daß junge Leute vor allem an Solarzellen interessiert sind (79% der bis 25jährigen im Vergleich zu 32% bei den bis zu 60jährigen). Grund ist die größere Technikbegeisterung der jungen Leute. Wohingegen bei den Sonnenkollektoren mehr die ältere Generation sich angesprochen fühlt (29% bei den bis zu 25jährigen zu 60% bei den über 60jährigen). Für die junge Generation ist diese Technik zu alt. WKA sind bei der älteren Generation bevorzugt (27%) im Vergleich zum Rest (ca. 14%). Biomasse wird am meisten von den bis 40jährigen genannt (14%). Geothermie ebenfalls von den bis 40jährigen (13%) und von den über 60jährigen (20%). Die gelbe Kurve mit den Solarzellen wird sich in den nächsten 10 Jahren bedingt durch das voranschreitende Alter nach vorne verschieben, d.h. die jetzt jungen Leute werden dann in die kaufkräftige Region der 30 bis 40jährigen geraten. Hier entsteht ein interessanter Zukunftsmarkt.



Von Interesse für eine eventuelle Marketingstrategie ist zu wissen, welche Bewohner von EFH und MFH mit Anlagen zur regenerativen Energiequellen zum Kauf bewogen werden könnten. Dabei stellt sich heraus, daß Sonnenkollektoren von 65% der EFH-Besitzer als Interessante Anlage für Sie eingestuft werden, dies kann man als gutes Verkaufsargument gelten lassen. Dagegen interessieren sich 3% für Sonnenkollektoren von den Bewohnern von MFH mit über 6 WE. Bei den Solarzellen ist es reziprok. Hier interessieren sich 63% der Bewohner von MFH, 56% der Bewohner von MFH und 40% der EFH-Besitzer für eine PV-Anlage. Die restlichen Anlagen (WKA, Geothermie und Biomasse) werden im allgemeinen von den Bewohnern in größeren MFH bevorzugt.




Ein Vergleich zwischen dem Interesse an den einzelnen Anlagentypen und dem Eigentumsverhältnissen zeigt, daß generell die Mieter größeres Interesse zeigen als die Eigentümer. Besonders deutlich wird dies dabei bei den Solarzellen. Hier melden 70% der Mieter Interesse an einer Anlage und nur 42% der Eigentümer. Einzige Ausnahme bei diesem Trend bilden die Sonnenkollektoren. Hier wollen mehr Eigentümer (56%) eine Anlage als Mieter (52%).



Zu Frage 5:

48% der Befragten akzeptieren eine WKA in Ihrer Nachbarschaft, 20% mit Auflagen und 28%lehnen eine WKA ab. Meistens wurde als Ablehnungsgrund eine Lärmbeeinträchtigung genannt. Nur für den Eigenbedarf genutzte WKA spielen dabei keine Rolle (2%).






Bei der Umfrage in der Maxhöhe (WKA in unmittelbarer Nachbarschaft in Betrieb) sind leider von 85 ausgegebenen Umfragen nur 10 zurückgekommen (Rücklaufquote 12%). Dennoch ist hier festzustellen, daß der überwiegende Teil (80%) eine WKA gar nicht (40%) oder nur mit Auflagen (40%) akzeptiert. Nur 20% befürworten eine WKA.



Zu Frage 6:

Hier ist interessant zu sehen, daß die Meinungen sehr stark auseinandergehen können. 27% der Befragten gaben an, daß nichts wirtschaftlich sei. Wohingegen die Windkraft mir 34,4% als am meisten von den Befragten mit wirtschaftlich angesetzt wurde. Was auch ungefähr der Realität entspricht.. Danach folgen de Sonnenkollektoren mit 33,6%. Hier könnte man sich schon wieder streiten, ob Sie wirklich wirtschaftlich in unseren Breiten sind. Eine völlig falsche Meinung besteht allerdings bei den Solarzellen, wo 30,3% der Befragten Sie als wirtschaftlich angaben. Dies ist natürlich bei einer betriebswirtschaftlichen Betrachtung nicht gegeben.

Analysiert man die Wirtschaftlichkeitsangaben unter Berücksichtigung der Eigentumsverhältnisse, so erhält man folgende Ergebnisse:

Mieter halten WKA, Solarzellen, bzw. Sonnenkollektoren je zu 36% wirtschaftlich.

Eigentümer hingegen halten WKA zu 34%, Solarzellen zu 27% bzw. Sonnenkollektoren zu 32% für wirtschaftlich.


Zu Frage 7:

55% der Befragten beantworteten diese Frage mit „Ja“, 25% mit „Nein“. Die restlichen 20% knüpften Ihre Zustimmung an bestimmte Bedingungen (z.B. nur geringe Mehrkosten, Ausstieg aus der Kernenergie).

Interessant ist auch die Alterstruktur der kritischen Bevölkerung. Sie sind in der Gruppe der 40 bis zu 50 Jährigen. Dort sind die meisten Nein-Sager (30%), die bedingten Ja-Sager (30%) und die wenigsten Ja-Sager mit 43%. Am meisten Bereitwilligkeit mehr zu bezahlen kommt nicht von der jungen Bevölkerung, sondern von den über 60jährigen (80%).




Als Tendenz zeichnet sich ab, daß die Bewohner von MFH eher bereit sind, mehr Kosten für regenerative Energien zu tragen als die Bewohner von EFH.

Wenn man einen durchschnittlichen Verbrauch von ca. 4850 kWh/a für einen 3-Personen Haushalt annimmt (siehe Kapitel 3), so würde dieser Haushalt im Durchschnitt 404 kWh pro Monat verbrauchen Seine monatliche Belastung beträgt bei einem Preis von 0,192 DM/kWh ca. 77.- DM pro Monat.


Bei freiwilligen Mehrkosten von ca. 15.- DM/Monat könnte man 0,23 DM/kWh verlangen, was einer Vergütung der Stromeinspeiser aus regenerativen Energiequellen von ca. 0.207 DM/kWh entspricht. Wird der Energieverbrauch für den Haushalt nur mit 3000 kWh/a angenommen, so könnte man 0,227 DM/kWh als Stromeinspeiser bekommen.

Bei einer freiwilligen Mehrzahlung von 25.- DM pro Monat und einen Verbrauch von 3000 kWh/a würde der Stromeinspeiser 0,263 DM/kWh als Vergütung bekommen.

Bei diesen Preisen rechnen sich WKA, Kraft-Wärme-Anlagen und Biomassenanlagen.

Die Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen ist erst ab 1,50 DM/kWh gegeben. Bei einem angenommenen Verbrauch von 3000 kWh/a fallen somit Mehrkosten von 370,- DM pro Monat an (Gesamtbelastung 417,- DM/Monat)

Zu Frage 8:

Der Großteil der Befragten ist bereit, Mehrkosten in Höhe von 10 DM bis 25 DM/Monat zu tragen. Mehrmals wurde die Bedingung gestellt, daß mit den Mehrkosten der Ausstieg aus der konventionellen Energieerzeugung finanziert werden sollte. Ein Befragter gab sogar als Mehrkosten bis zu 100.- DM/Monat an.
Eine Aufteilung nach der Altersstruktur zeigt, daß die Generation der bis 50jährigen am wenigsten Bereit ist mehr zu bezahlen. Dagegen die angrenzenden bis 40jährigen am meisten. Allgemein ist der Trend zu sehen, daß die jüngere Generation mit dem größeren Umweltbewußtsein auch bereit ist etwas dafür zu bezahlen, was man von der älteren Generation nicht sagen kann. Siehe dazu auch Frage 7.



Um einen besseren Überblick zu erhalten, wird obige Grafik in 2D-Diagrammen unterteilt nach Altersgruppen dargestellt. Die rote Linie ist eine Trendlinie und soll zur besseren Vergleichbarkeit der einzelnen Diagramme dienen.


Nun kommen die Angaben zur Person des Befragten:

Zu Frage 9:


Die meisten Befragten gaben als Alter bis 60 Jahre an (25,4%). Als zweite Gruppe kam die der bis 50 Jährigen mit 24,6%. Der Rest ist je Gruppe mit ca. 12% vertreten.
Zu Frage 10:

Die typische Bebauung in den ausgewählten Verteilungsgebieten waren EFH (49,2%). Danach kamen MFH mit bis zu 6 Wohneinheiten (35,2%) und danach MFH über 6 Wohneinheiten (14,8%).

Zu Frage 11:

64% der Befragten wohnen in Ihren eigenen vier Wänden, 36% zur Miete.

Zu Frage 12:

Der Bildungsstand in der Region kann mit gut bis sehr gut angenommen werden. 54% der Befragten verfügen über einen Hochschulabschluss. Dabei wurde in der Auswertung darauf geachtet, dass bei Mehrfachnennungen folgende Reihenfolge für die endgültige Berufsausbildung angenommen wurde:
Hauptschulabschluss, Realschulabschluss, Abitur oder ähnliches, Lehre, Meister, Hochschulabschluss.
Die Ausbildung spielt nur bei Geothermen- und Biomassenanlagen eine Rolle. Hier sind die höheren Ausbildungen wie Abitur, Meister und Hochschulabschluss den anderen Ausbildungen überlegen.


12.3 Vergleich zu einer anderen Umfrage

Ein Vergleich zu anderen Umfragen ergibt ein ähnliches Bild. Nachfolgende Umfrage wurde von Paul Gipe untersucht [1]. In der Abbildung 12.3-1erkennt man, daß auch hier die Befürworter bei den Biomassenanlagen und WKA deutlich überwiegen. 20% der Befragten würden eine WKA jedoch nur akzeptieren, wenn diese mehr als 5 Meilen von Ihnen entfernt ist (roter Anteil).

Abbildung 12.3-1 zeigt die Akzeptanz von Kraftwerken nach Ihrem Energieträger: [2]


In der Abbildung 12.3-2 erkennt man, daß trotz des immer wieder gegen die Betreibung von WKA sprechende Argument der optischen Beeinflussung dieser Effekt lieber gesehen wird als konventionelle Kraftwerke.

Kern- und konventionelle Kraftwerke schneiden am schlechtesten ab.

Abbildung 12.3-2 zeigt die Bevorzugung von Wind und Biomassenanlagen im Vergleich zu Kernkraft und konventionellen Kraftwerken: [3]
Die Akzeptanz von WKA durchläuft verschiedene Phasen. Während die Akzeptanz vor Erbauung sehr hoch ist, fällt sie in der Realisierungsphase stark ab. Einige Zeit nach Erbauung steigt die Akzeptanz wieder auf das hohe Anfangsniveau an. Ein Vergleich: Niemand regt sich inzwischen mehr über laute Autos, Lkws oder riesige Strommasten auf.

Abbildung 12.3-3 zeigt die Akzeptanz von WKA während der Planung, Ausführung und Betrieb: [4]

Fazit der Umfrage:

Die jüngere Bevölkerung ist besser über die regenerativen Energien informiert. (Frage 1). Dabei ist ein Informationsbedarf für die Biomasse und die Geothermie gegeben. Die Gemeinden und Städte haben den prozentual größten Einfluß auf die Entwicklung in Ihrem Gebiet. Darum sollten keine Gemeinderäte, Bürgermeister oder Stadträte etc. in die Aufsichtsräte der EVU´s gewählt werden, da sonst Interessenkonflikte daraus entstehen (siehe Frage 3).

Der absolute Renner sind Sonnenkollektoren und PV-Anlagen (Frage 4). Die jüngere Generation bevorzugt Solarzellen, da sie technisch reizvoller sind als die Sonnenkollektoren. Für Sonnenkollektoren interessieren sich mehr die älteren Generationen. Die Sonnenkollektoren sind bei den EFH-Besitzern am beliebtesten, während PV-Anlagen von MFH-Besitzern interessant empfunden werden; diese haben kein Interesse für Sonnenkollektoren. Generell ist das Interesse für Anlagen, die regenerative Energien nutzen bei Mietern höher als bei Eigentümern. Nur die Sonnenkollektoren bilden hier eine Ausnahme.

Bei der Akzeptanz einer WKA stellten sich rund 25% der Befragten gegen eine Errichtung. Rund 50% sagten ja, und rund weiter 25% befürworteten Sie mit Auflagen (Frage 5).

Bei der Wirtschaftlichkeit wissen viele nicht, was Sie ankreuzen sollten. Immerhin wurde die WKA als wirtschaftlichste Anlage erkannt. Gefolgt wurde Sie von den Sonnenkollektoren und Solarzellen, wobei letztere bis heute bestimmt nicht wirtschaftlich bei einer betriebswirtschaftlichen Betrachtung sind (Frage 6).

Bereit mehr für eine umweltgerechtere Energieversorgung zu zahlen sind vor allem die Älteren und Jungen. Die mittlere Generation (über 40 bis unter 60 Jahren) hat meist kein Gefallen daran, mehr Geld auszugeben. (Frage 7). Wenn es um einen Betrag geht, so wurden meist 20.- DM als Mehrkosten im Monat genannt (Frage 8). Auch hier zeigt sich, daß die jüngere Generation ein besseres Umweltgefühl hat.

Für eine erfolgreiche Vermarktung von Wohnanlagen, Gewerbeflächen und Industriegebiete, kann man schließen:

Baut PV-Anlagen ->Imagegewinn ->Vermietung oder Verkauf erfolgreicher.


 

[1] Quelle: http://keynes.fb12.tu-berlin.de/luftraum/konst/design.html [zurück]
[2] Quelle: http://keynes.fb12.tu-berlin.de/luftraum/konst/design.html [zurück]
[3] Quelle: http://keynes.fb12.tu-berlin.de/luftraum/konst/design.html [zurück]
[4] Quelle: http://keynes.fb12.tu-berlin.de/luftraum/konst/design.html [zurück]